Gedanken zum 25. Oktober – 21. Sonntag nach Trinitatis
Thema des Sonntags: Frieden schaffen ohne Waffen
“Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.” | Röm 12,21
Vielleicht ist Paulus im 1. Jahrhundert nach Christus einfach ein bisschen naiv, wenn er diese Worte scheibt: „Lass dich nicht vom Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Er kannte schließlich auch den armen jungen Mann nicht, der während der chinesischen Aufstände 1989 nahezu von einem Panzer überrollt wurde. Eine historisch belegte Tatsache, die öffentlich in der Volksrepublik China nicht ausgesprochen werde darf. Es drohen empfindliche Strafen. Wir nennen das in der westlichen Welt, den Tiananmen-Aufstand.
Tja, es geht eben nicht gut aus, wenn man das Gute gegen das Böse stellt. All die unfairen Mittel, mit denen das Böse in der Welt agiert. Die unfairen Mittel, die Hinterhältigkeit, mit denen egoistische Interessen durchgesetzt werden. Ich fürchte, jede von uns kann sich gemeine Menschen, die unser Leben schlechter gemacht haben, aus der Erinnerung rufen.
Heute möchte ich dagegen ein kräftiges Ausrufezeichen setzen: Der Apostel Paulus war nicht naiv. Er lebte inmitten der Interessenkämpfe verschiedener jüdisch-israelischer Gruppen, die sich untereinander, gegenüber dem aufkeimenden Christentum sowie gegenüber der Besatzungsmacht Rom durchsetzen wollen. Paulus war weder naiv noch dumm. Die Bibel insgesamt ist nicht naiv. Im Gegenteil seit der ersten Seite zeichnet sie Seite für Seite ein realistisches Bild davon, wie Menschen so sind.
Unsere Vorstellung davon, was „das Gute“ ist, ist falsch und zu kurz gedacht. Gott ist das wahrhaft Gute. Die Botschaft, dass Jesus in die Welt gekommen ist, diese falsche, korrupte, egoistische Welt, das ist das Gute. Die gute Botschaft. Gott ist das Gute – und dennoch ist Gott nicht schwach. Gegen hinterhältige Kollegen oder tuschelnde Nachbarinnen, sogar gegen ganze Verbände von soldatischem Nationalstolz hilft tatsächlich keine naive Harmonie oder ein Tätscheln auf den Kopf. Das ist nicht „das Gute“. Das Böse ist das, was Seele und Körper gleichermaßen bedroht, und wer die Spielregeln des Bösen einhält, verliert das Gute, verliert seine Seele.
Paulus schreibt seine Worte „lass dich nicht vom Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gute.“ am Ende seines Lebens. Er muss sich entscheiden. Verleugnet er Jesus, kommt er lebend aus der Sache heraus. Schließlich ist er römischer Staatsbürger. Darauf kann er sich berufen, eine gute Behandlung kann er einklagen. Aber dafür muss er Jesus aufgeben. Dafür erhält er aber Prestige, Ansehen, vermutlich eine gute Altersvorsorge und ein sicheres Dach über dem Kopf zurück.
Das Leben ist komplexer als eine einfache Aufstellung „Gut“ gegen „Böse“. Es ist schließlich keine RTL-Show mit Werbeunterbrechungen. Die Guten sind in diesen Serien naturgemäß „wir“. Wir sind das Gute, die anderen sind die Bösen. Für Paulus steht jedoch fest: Das Böse ist alles, das ohne Gott geschieht. Als Menschen hat Gott uns Verstand gegeben. Das Böse ist natürlich auch ganz einfach das Falsche. Hinterhältigkeit, Grausamkeit, Egoismus. Und insofern verbinden sich die Freiheitsbewegung der DDR, der chinesische Tiananmen-Aufstand und unser aller persönliches Leben des Jahres 2026: Gott hält die Welt und unser Schicksal in unsren Händen – wir haben die Aufgabe, SEINEN Friedensplan zu unterstützen. Ob in der großen Welt oder im Familienkreis. Auf Arbeit oder in der Schule. Wir können Frieden schaffen ohne Waffen – und dennoch bleibt eines bestehen: das Böse in der Welt lauert darauf, dass wir Jesus aus den Augen verlieren. Und dann, dann haben wir unsere Zukunft verspielt. Mehr dazu, in der nächsten Predigt! Eure Ines Jäger
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für die Ev. Gesamtkirchengemeinde Brück (Marki) und die Ev. Petruskirchengemeinde Planetal
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Evangelische Kirchengemeinde Brück (Mark)
Willkommen in der Gesamtkirchengemeinde Brück (Mark)! Wir sind eine junge Gemeinde mit mehr als 900 Mitgliedern. Wir versuchen den Glauben an Christus im Alltag zu leben und uns dabei gegenseitig zu unterstützen. Frei nach dem lateinischen Motto der benediktinischen Mönche ora et labora (bete und arbeite). Drei Gemeindehäuser mit Pfarrgarten und fünf Kirchgebäude stehen uns dabei zur Verfügung. Unser Gemeindegebiet umfasst Brück, Brück-Rottstock, Trebitz, Gömnigk und Neuendorf, aber selbstverständlich sind wir auch für Sie da, wenn Sie nur zu Besuch sind. Durchstöbern Sie unsere Website und erkunden Sie unsere Angebote. Wenn Sie Kontakt aufnehmen möchten, wenden Sie sich an unser Team an Haupt- und Ehrenamtlichen oder kommen Sie bei uns im Pfarrbüro vorbei. Wir freuen uns auf Sie!
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